Willkommen

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage!

Schön, dass Sie sich für unseren Onlineauftritt interessieren. Als Pfarrer der Pfarrgemeinde Roding und der Expositurgemeinde Trasching heiße ich Sie herzlich willkommen.


Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben …? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“.
Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:
Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da.
Das versuchen wir in vielfältiger Weise.
Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Holger Kruschina, Pfarrer

Im Vorgriff auf den nächsten Pfarrbrief:

In einem Leserbrief in der Chamer Zeitung vom 24.3. äußert sich Hr. Peter Reidl zum „Fastenessen des Missionsausschusses“. Er sieht einen Widerspruch, den ich in folgenden Zeilen zu entkräften versucht habe:

„Herr Reidl geht in seiner Argumentation einer verbalen Unschärfe auf den Leim. Die vorösterliche „Fastenzeit“ ist seit jeher eher eine Abstinenz-Zeit. Im lateinischen Begriff ist das unzweideutiger. Dort werden die Wochen schlicht „Quadragesima“ also „Vierzig-Tage-Zeit“ genannt. Das Aschermittwochsevangelium (Mt 6,1ff) gibt die Programmatik im Dreiklang: Fasten, Almosen und Gebet vor. Das „Fasten“ über vierzig Tage hinweg bedeutete daher schon immer eher Abstinenz, also die Enthaltung von bestimmten Speisen. Darunter verstand die Kirche jahrhundertelang tierische Produkte, vor allem Fleisch und Eier (, weswegen man diese durch Kochen haltbar machte und an Ostern reichlich verzehren durfte). Nicht darunter fielen z.B. Bier und – jedwede Süßspeisen!

Der Sinn von Abstinenz besteht natürlich in der Reduzierung des Übermaßes, was heute durchaus noch auf Fleisch zutreffen kann, allerdings schon seit Jahren eher im Blick auf Süßes praktiziert wird. Auch das (Stark-)Bier - früher als Kalorienspender für die strenger fastenden Mönche gedacht – gehört daher heute bei vielen wohl eher auf die Liste des Verzichtbaren.

In Lk 14,13 findet sich der Schlüssel zu unserem „Fastenessen“: „Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein!“ Unser Missionsausschuss sorgt seit Jahrzehnten für „Arme“ in der Welt. Der Unterschied zu anderen Möglichkeiten Gutes zu tun – von dem sicher viele Rodinger Gebrauch machen, ohne dass wir davon wissen – besteht in der Beständigkeit und Verlässlichkeit. Familien und Projekte, die unser Missionsausschuss unterstützt, können auf Dauer mit Hilfe rechnen. Wer sich hierüber informieren wollte, hätte am Samstag 18.3. abends die Möglichkeit gehabt. Der Kreis der Interessenten war gelinde gesagt überschaubar. Durch Aktionen wie das „Fastenessen“ sorgen unsere Ehrenamtlichen für die Sicherheit von Einnahmen, die zu 100% in die Projekte fließen. Dass unser Sachausschuss Mission nicht nur „bettelt“, sondern gleichzeitig liefert, dient neben der o.g. Sicherheit auch noch der Erinnerung daran, dass auch wir einmal mit einem Teller Suppe satt werden können – und andere dadurch ein Stück „satter“ machen im Sinne des obigen Bibelzitates. Man könnte die Veranstaltung auch „Solidaritätsessen in der vorösterlichen Bußzeit“ nennen. Ob das nötig ist, dürfen gerne andere beurteilen.“

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

 

Aus dem aktuellen Pfarrbrief:

Ich kenne noch die Steinhaufen am Ackerrand. Nicht weit von unserem Haus entfernt, bearbeitete mein Onkel ein Feld und ich bin beim Steineklauben dabei gewesen. Unsere Vorfahren hatten in mühevoller Arbeit dem felsigen Boden im Fichtelgebirge Ackerland abgerungen. Jedes Jahr wieder schienen nicht nur Kartoffeln, sondern auch neue Steine zu wachsen. Und jedes Jahr mussten sie abgeklaubt werden, damit der Boden nicht verdarb und die Geräte nicht kaputt gingen.

Das Bild vom Steineklauben fällt mir im Blick auf das Sakrament der Buße ein. Es geht nicht zuerst um die großen Brocken, sondern um die vielen kleinen Steine. Die müssen wenigstens einmal im Jahr raus aus unserem Lebensacker, selbst wenn sie in schöner Regelmäßigkeit – weil wir an unserem Wesen oft so wenig ändern können – wieder zu finden sind. Wer die Steine nicht mehr sieht und sie abklaubt, der macht in wenigen Jahren sein Feld fruchtlos.

Aber auch der Glaube muss bei uns in jeder Generation, in „jedem Jahr“ neu von den Steinen befreit werden. Unsere Gesellschaft lebt vom Humus des Glaubens, den die Generationen vor uns mühsam unserer irdischen Verfangenheit abgetrotzt haben. Rituale und Institutionen – von ihnen zehren auch noch die, die selber nicht mehr den lebenswichtigen, wenn auch mühsamen Weg gehen, sich den Glauben zu erringen und zu erbeten. Leben ist Arbeit! Glauben ist Arbeit! Kein Mensch sagt, dass die Arbeit leicht ist – auch wenn sie uns dennoch Freude bereiten kann. Beides lebt von der Beständigkeit. Die wenigsten von uns können sich erlauben zu sagen: heute mag ich nicht arbeiten oder die nächsten Wochen oder noch mehr. Im Jahreskreis, in der Wochenfeier, im täglichen Gebet sind wir aufs Feld gerufen. Und erst wenn die Zeit der Ernte gekommen ist, wird sich zeigen, was das Steineklauben wirklich gebracht hat.

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina